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Rezensionen von Büchern aus den Kultur- und Geisteswissenschaften

Aktuelle Rezensionen

Hinter der neuen Rubrik KURZKRITIK steckt die Idee, auch mit möglichst wenigen Worten neue Bücher vorzustellen, die dem Leser zu empfehlen sind oder (auch das kommt vor) von denen abzuraten ist. Mit wenigen Worten, kurzen Sätzen und einer nicht allzu ausladenden Kritik soll dem leser eine schnelle Auswahl- und Entscheidungshilfe an die Hand gegeben werden, um sich im Dschungel der Neuerscheinungen zurecht zu finden.

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 kulturbuchtipps.de veröffentlicht regelmäßig Rezensionen zu neuen Büchern aus den Kultur- und Geisteswissenschaften.

Hier sehen Sie eine kurze Zusammenfassung der aktuellen Rezensionen bei kulturbuchtipps.de: 


Friedrich II. – 300. Geburtstag am 24.01.2012

Eigentlich sieht er noch ganz frisch aus, wie er uns da auf dem Gemälde von Anton Graff entgegen schaut, das in diesen Tagen immer wieder durch die Medienwelt flackert. Ein alter Mann von knapp 70 Jahren, in Uniform – natürlich, wie auch sonst? – und mit einem Blick, der direkt und entschlossen wirkt. Ein Mann, der keinen Spaß versteht oder den Humor im Laufe der Jahre verloren hat.

Wenn die Mutter Sophie Dorothea von Braunschweig Lüneburg heißt und der eigene Vater Kronprinz von Preußen ist, darf man sich auf ein Leben in Schlössern und auf diversen, meist entlegenen Kriegsschauplätzen gefasst machen. Als Sohn Friedrich Wilhelms, den man später den „Soldatenkönig“ nennen wird, hatte der kleine Friedrich von Anfang an keine Wahl.


Julia Friedrichs: “Ideale – Auf der Suche nach dem, was zählt”

Und wenn ich Dich zwei Fragen fragen würde, wär das: „Woran glaubst Du?“ und „Wofür lebest Du?““ Die Kölner Gruppe Klee singt das, was wir unsere Freunde an einem gemütlichen gemeinsamen Abend bei Wein und Kerzenschein fragen würden, uns oft aber nicht zu fragen trauen, weil wir vielleicht die Antwort oder gar die Gegenfrage fürchten.

Ideale, das ist ein starker, emotionsgeladener Begriff, der so gar nicht in unsere kalte, pragmatische Welt zu passen scheint. Und doch sind Ideale gerade auch für die heutige Zeit überlebenswichtig: „Ihr habt keine Wahl, ihr müsst euch einmischen“, meint Günter Grass in seinem Gespräch mit Julia Friedrichs, als es um die Probleme unserer Zeit geht, um Wasserverknappung, Klimaschutz, Diktatoren und Kriege und um all das, was die Welt bedroht. Doch braucht man dazu Ideale? Reicht es nicht vielleicht aus, sich den Problemen ganz einfach auf pragmatische Weise zu nähern?


Hamburg – das Tor zur Welt

Hamburg, die schöne Stadt im Norden. Die meisten waren schon mindestens einmal hier. Viele Besucher kommen gerne wieder. Die Millionenmetropole mit Welthafen hat für jeden Geschmack eine Menge zu bieten. Kultur und Nachtleben, Natur und Hafenatmosphäre, Shopping-Mekka und ruhiger Kiez, alternative Szene und Blankenese-Adel.

Doch wer kann wirklich von sich behaupten, Hamburg zu kennen?


Martin Tzschaschel: “Wie war das noch? – Schulwissen, neu aufpoliert”

Machen wir die Probe aufs Exempel. Ich stelle Ihnen jetzt drei Fragen:
1. Wann sagt man im Englischen ‚I used to’ und wann ‚I’m used to’?
2. Erklären Sie mit eigenen Worten den Aufbau des Periodensystems.
3. Nennen Sie den Modalwert der folgenden Zahlenreihe: 2-2-3-5-9-12.

Wissen Sie alle Antworten? Nein? – Ich schon.


Keith Christiansen, Stefan Weppelmann (Hg.): “Gesichter der Renaissance – Meisterwerke italienischer Portrait-Kunst”

Die Berliner Ausstellung „Gesichter der Renaissance“ ist vorbei. Über 250.000 Besucher haben die Ausstellung am Bode-Museum auf der Museumsinsel besucht. Nun wandert die Ausstellung ins New Yorker Metropolitain Museum of Art.

Wer die Berliner Ausstellung verpasst hat, kann sich die Gemälde zwar nicht mehr in Originalgröße anschauen, wird jedoch mit einem hervorragend gemachten und mit vielen zusätzlichen Informationen ausgestatteten Ausstellungskatalog belohnt.


Stefan Kuzmany: “Das können Sie glauben! – Die großen Religionen dieser Welt im Selbstversuch”

Kaum zu glauben, dass die Suche nach dem Glauben so komisch sein kann. Vielleicht muss man sich aber auch diesem an sich ernsten Thema mit jener eiteren Gelassenheit nähern, wie es Stefan Kuzmany getan hat. Denn eines Tages fand er eine Postwurfsendung der INITIATIVE GLAUBENSOFFENSIVE FÜR ALLE in seinem Hausbriefkasten, mit der er im Namen des HÖHEREN WESENS eingeladen wurde, sich aus dem großen Angebot an verfügbaren Glaubensangeboten, den Glauben auszusuchen, der „zu Ihrer Persönlichkeit und Ihrem Lifestyle passt“.


Bill Bryson: “Shakespeare, wie ich ihn sehe”

In diesen Tagen kommt der Film „Anonymous“ von Roland Emmerich in die Kinos. Der unterhaltsame und gelungene Film schwelgt in lebensprallen und schönen Bildern und geht der Frage nach, wer eigentlich dieser Mensch war, den wir Shakespeare nennen. Ist er wirklich der Autor der vielen Dramen und Theaterstücke, die zum Kanon der Weltliteratur gehören und die wir mit seinem Namen verbinden – Romeo und Julia, Macbeth, Hamlet, King Lear und wie sie alle heißen.


Interview mit Mary Bauermeister auf der Frankfurter Buchmesse 2011

Während der Buchmesse in Frankfurt 2011 hatten wir die Gelegenheit zu einem Interview mit Mary Bauermeister über ihr Buch “Ich hänge im Triolengitter – Mein Leben mit Karlheinz Stockhausen”. In unserem einstündigen Gespräch berichtet sie von der Entstehung dieses Buches, von ihrer Zeit mit Karlheinz Stockhausen und den Wurzeln ihrer Kunst. Im Laufe des Gesprächs entwickelt sich das schillernde Bild einer faszinierenden Frau und vielseitigen Künstlerin, die an der Seite von Karlheinz Stockhausen in den frphen 1960er Jahren erste große Erfolge feierte und bis heute künstlerisch aktiv ist.


Mary Bauermeister: “Ich hänge im Triolengitter – Mein Leben mit Karlheinz Stockhausen”

Wenn Karlheinz Stockhausen mit einer Komposition beschäftigt war, dann ließ ihn das auch nachts nicht los. Mary Bauermeister berichtet, wie sie ihn eines Nachts aus einem unruhigen Schlaf weckte und Stockhausen, halb wach, halb schlafend um Hilfe rief: „Ich hänge im Triolengitter!“ – „Sein Kopf war im Traum wie eine Note im System der Notenlinien gefangen gewesen, und er hatte große Mühe mit dem Versuch der Befreiung.

Mary Bauermeister ist Künstlerin. Allein diese Aussage ist zu kurz gegriffen und reduziert diese faszinierende Frau auf einen einzigen Lebensbereich. Ebenso gut könnte man sagen, dass Mary Bauermeister auch seit 1957, als sich die beiden auf der Straße das erste Mal begegneten und erkannten, die Frau an Karlheinz Stockhausens Seite war; dies ist wörtlich zu nehmen: Auch wenn Mary Bauermeister niemals die einzige Frau in Stockhausens Leben war, so war die Verbindung zwischen beiden Künstlern von solch einer Tiefe und Universalität, dass sie die Kraft besaß, alle Widerstände sowie Raum und Zeit zu überwinden.


Die Eroberung des Südpols in der Edition Erdmann

Der Kampf um den ersten Platz war ein Kampf im ewigen Eis. Es war vor allem der Kampf zweier Männer, die für ihre Nationen den Sieg erringen wollten und den Ruhm, als Erster den Südpol erobert zu haben.

Der Norweger Roald Amundsen und der Brite Robert Falcon Scott brachen fast gleichzeitig auf, um den Südpol zu erreichen. Was wir heute wissen, war für diese beiden Männer und ihr Expeditionsteam bis zum letzten Moment ungewiss: Roald Amundsen war der erste Mensch, der den Südpol erreichte. Am 14. Dezember 1911, also vor bald 100 Jahren, pflanzte er die norwegische Flagge ins antarktische Eis und gab der Ebene, auf dem der Südpol lag, den Namen „König Haakon VII.-Land“.


Island: Gastland der Frankfurter Buchmesse 2011

Island ist nicht nur bekannt für seine Feuer speienden Vulkane und seine Heißwasser speienden Geysire. Es gehört auch zu den Orten mit der größten Dichte an Künstlern und vor allem Schriftstellern in der Welt.

Das ist hinlänglich bekannt, und die Gründe sind schnell in der zwar schönen, aber abweisenden natur und dem nassen Wetter dieser kleinen Insel in der Nordsee zu finden sowie in der von den Wikingern ausgehenden Sagen- und Erzählkultur gefunden.


Siegfried Reusch (Hg.): “18 Antworten auf die Frage nach dem Glück – Ein philosophischer Streifzug”

Was ist Glück? Diese Frage haben sich Menschen gestellt, seitdem sie denken können. Dieser Satz ist natürlich eine Unterstellung, aber die Glückssuche und das Streben nach einem Zustand der inneren und äußeren Zufriedenheit scheinen jedem Lebewesen in die DNA eingebrannt zu sein.

Die spannende Frage ist jedoch, was man mit dem Begriff Glück verbindet? Ist „Glück“ wirklich etwas objektiv Definierbares? Für den einen sind es warme Füße, für eine andere ein 18-Karäter von Cartier. Genau betrachtet, versteht jeder unter Glück etwas anderes, und doch muss es eine Schnittmenge geben, die wir alle gemeinsam haben.


Timothy Snyder: “Bloodlands – Europa zwischen Hitler und Stalin”

Der amerikanische Historiker Timothy Snyder ist Professor für Geschichte an der Yale University in New Haven (Connecticut), Er hat nun eine epochale Dokumentation vorgelegt, die erstmals in dieser übergreifenden Form die unglaublichen Verbrechen unter den Terror-Regimen von Hitler und Stalin in einer gemeinsamen Dokumentation behandelt.

Sein Buch „Bloodlands“ erscheint zeitgleich in zwanzig Sprachen. Es wird unseren Blick auf diese dunkelste Zeit der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts verändern und sowohl für Historiker als auch für den interessierten Leser neue Zusammenhänge verdeutlichen und uns helfen zu verstehen, wie systematisch und von Staats wegen derart große Teile der Bevölkerung dieser Länder vernichtet werden konnten.


Gerhard Tötschinger: “Franz Liszt – Vom Dorf in die Welt”

Franz Liszt war der Superstar der Klassik des 19. Jahrhunderts. Er wurde am 22. Oktober 1811 in Raiding/Doborján, das seinerzeit im ungarischen Kronland des Kaisertums Österreich lag und heute zum Burgenland gehört, geboren. Zum Anlass dieses 200. Jubiläums erscheint eine Vielzahl an Publikationen über Franz Liszt, die sein Leben und Werk aus den verschiedensten Blickwinkeln und mit unterschiedlicher literarischer Qualität beleuchten.


Annett Gröschner, Arwed Messmer: “Aus anderer Sicht – Die frühe Berliner Mauer”

In unserem kollektiven Gedächtnis ist die Mauer ein doppelreihiges Band aus Beton, glatt, weiß und mit einem Rohraufsatz, mit einem sorgsam geharkten, leeren Todesstreifen, auf dem sich lediglich Grenzsoldaten und Kaninchen bewegen, und mit Wachtürmen, die in ihrer Einförmigkeit an die Typologien von Plattenbauten erinnern.
So beschreiben Annett Gröschner und Arwed Mesmer, die beiden Herausgeber des vorliegenden opulenten Fotobands das Bild der Berliner Mauer in unserer Erinnerung.

Doch die Mauer war nicht immer so fertig und geordnet. In ihrer ganzen Brutalität, mit der Straßenzüge durchkreuzt, Menschenträume zerstört und die Pulsadern der größten deutschen Stadt über Nacht abgeklemmt wurden, finden wir sie wieder in diesem Fotoband, der jetzt in einer bisher nie da gewesenen Vollständigkeit das Bild der frühen Mauer dokumentiert.


Paul Wietzorek: “König Ludwig II. von Bayern un seine Schlösser”

 Als am 13. Juni 1886, also vor ziemlich genau 125 Jahren, Ludwig II., König von Bayern, unter ungeklärten Umständen am Starnberger See ums Leben kam, konnte er noch nicht ahnen, dass ziemlich genau 125 Jahre später ein gewisser Vicco von Bülow (alias: Loriot), der einst eine herrliche Parodie auf König Ludwig II. in einem seiner Sketche verewigte, an eben jenem Starnberger See, allerdings unter durchaus geklärten Umständen verschied.

So ist Deutschland, wenn auch mit einer gewissen Zeitverschiebung, um gleich zwei schillernde Persönlichkeiten ärmer. Während sich das Feuilleton zu Recht in seinen Lobpreisungen und Würdigungen des bedeutendsten deutschen Humoristen geradezu überschlägt, waren die Feierlichkeiten zum 125. Todestag Ludwigs II. weniger auffällig.


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